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Coupon-App für Offline Welt als Lean UX Prototype

Durch einen optimalen Produkt-Innovationszyklus mithilfe von Prototyping

Eine Geschäftsidee für ein Couponing-Netzwerk wurde als Canvas modelliert und in seine Kern-Hypothesen zerlegt. Deren Validierung erfolgte in drei Monaten durch schlankes UX Prototyping, i.e. eng gekoppeltes, iteratives Design und Entwicklung von Apps für private Konsumenten und stationäre Geschäfte entlang ihrer Bedürfnisse.

Situation und challenge

Ein E-Commerce Unternehmen, gegründet 2008 und etwa fünf Jahre später von einem deutschen Medienkonzern übernommen, betreibt für Onlinehändler und private Endnutzer ein reichweitenstarkes Internetportal. Im Bestreben um Expansion und Diversifizierung vermutete die Geschäftsführung, dass ein ähnliches Angebot - bestehend aus Digital-Produkt und Endnutzer-Reichweite - auch für den stationären Handel, Offline Dienstleistungen sowie Gastronomie sehr wertvoll sein dürfte. Die zugrunde liegenden Bedarfs-Hypothesen und die synergie-basierte Lösungsidee sollten zunächst validiert werden (‘Problem-Solution-Fit’), bevor in einer nachfolgenden Phase dann die Marktfähigkeit geprüft werden würde (‘Product-Market-Fit’).

Das ambitionierte Ansinnen stieß auf den ‘Klassiker’ unter den Innovations-Challenges: Wie schafft man es, neben dem operativen Tagesgeschäft interessante Geschäftsideen zu validieren unter natürlicher Erfolgs-Unsicherheit und bei hohen Opportunitätskosten? I.e. einem hohen Investitionsrisiko aufgrund limitierter Kapazität und geringer Erfahrung in der Prototypen-getriebenen Entwicklung.

Der Weg dorthin

Young Digitals stellte mit Vorlauf von wenigen Wochen ein interdisziplinäres Projektteam auf, das dann in enger Kopplung mit der Geschäftsführung des Kunden die gesamte Innovations-Strecke eigenständig ausführte. Ausgangspunkt war eine gemeinsame Modellierung des Business Models zum Beginn, aus der das Projektteam zunächst einen Value Proposition Canvas ableitete. Dieser enthielt die dem Bedarf und der Lösungsidee zugrunde liegenden Hypothesen, die es in der Folge zu validieren galt. Er diente als Grundlage für die Planung aller weiteren Tätigkeiten, indem die enthaltenen Hypothesen und Risiken bzw. die zu ihrer Klärung vorgesehenen Experimente in das Backlog eines Kanban Boards übertragen wurden (‘To Do’). So wurden zunächst Nutzerinterviews ausgeführt zur Problem- und Bedarfs-Validierung.

In einer flankierenden Wettbewerbsanalyse wurden Stärken und Schwächen der vorhandenen Angebote bewertet und Potentiale abgeleitet. Bei der Umsetzung der Lösung fokussierte sich das Projektteam dann auf zwei Nutzergruppen. Für Inhaber von lokalen Geschäften entwickelte das Team von Young Digitals innerhalb von drei Wochen eine webbasierte App, in der die Anbieter ihre Nutzerkonten anlegen und eigenständig Gutschein-Aktionen erstellen konnten. Für Konsumenten entwickelte das Team im gleichen Zeitraum eine Nutzer-App, mittels der sie in Echtzeit über laufende Aktionen und Gutscheine in ihrer Nähe erfahren konnten, diese abrufen und zur Einlösung anzeigen konnten. Die Konsumenten-App wurde als native iOS- und Android-App umgesetzt auf Grundlage des Ionic-Frameworks.

Sie wurde den Mitarbeitern des Kunden für einen Betatest zur Verfügung gestellt und über mehrere Wochen hinweg im Realbetrieb getestet. Rückmeldungen von Konsumenten und Ladenbetreibern wurden selbst über die App erfasst, ausgewertet und ggfs. unmittelbar umgesetzt im Rahmen einer schlanken Entwicklung entlang des Nutzerbedarfs (Lean UX). Zum Abschluss wurden Nutzungsaufkommen und -Verhalten quantitativ ausgewertet sowie wiederum qualitative Interviews geführt. Die eingangs aufgestellten Hypothesen wurden so abschließend verifiziert oder falsifiziert und darauf basierend eine Gesamt-Einschätzung des Potenzials getroffen.

Erfolg

Der Kunde konnte nahezu ‘aus dem Stand’ innerhalb von vier Monaten einen vollständigen Innovationszyklus durchlaufen und entscheidende Früh-Erkenntnisse zu einer digitalen Geschäftsidee gewinnen. Young Digitals’ setzte dafür gemäß dem Lean UX Konzept mehrere Zielgruppen-Apps als Prototypen um und entwickelte diese anhand direkter Rückmeldung entlang des Nutzerbedarfs weiter. Es konnte so eine Verprobung eines Couponing-Netzwerks für physische Laden-Geschäfte validiert werden ohne vorhandene Erfahrung in der nutzer-zentrischen Innovationsmethode und ohne eigene Kapazität von der Weiterentwicklung des Hauptprodukts abziehen und hohe Opportunitätskosten leiden zu müssen. 

Im Rahmen einiger Folgebeauftragungen durfte Young Digitals dem Kunden weiter zur Seite stehen. In ‘blended’ Teams mit internen Mitarbeitern konnte Young Digitals in der gemeinsamen Projektarbeit seine Kenntnisse und Erfahrungen über nutzerzentrische Entwicklung auf die Organisation übertragen und ihre Innovationskraft von innen stärken.